SPD: Stadtentwicklung - welche Zahlen stimmen?

Veröffentlicht am 26.04.2018, 00:12 Uhr     Druckversion

Sven Rathjens

Widersprüchliche Prognosen verwirren und machen Planungen für KiTas und Schulen sehr schwierig

Bad Bramstedt. Die Bad Bramstedter Sozialdemokraten sind sehr erstaunt über die verschiedensten Zahlen, die in den letzten Tagen zur Entwicklung der Stadt und zum Thema Bedarf an Schulen und Kindertagesstätten veröffentlicht werden.

„Da muss mehr Klarheit hinein,“ fordert SPD-Vertreter Sven Rathjens, „wir haben vor 2-3 Jahren aufgrund der Zahlen des letzten Gutachtens den Bau einer KiTa an der Bimöhler Straße ausgesetzt. Jetzt müssen wir erleben, dass das im Nachhinein eine Fehlentscheidung war - mit sehr ärgerlichen Auswirkungen für alle Betroffenen. Zudem hat uns das Geld gekostet, das die Erschließungsträger hätten beitragen sollen. Jetzt muss die Stadt allein zahlen.“

Die SPD stellt fest, dass es derzeit sehr widersprüchliche Zahlen gebe. Der gleiche Gutachter prognostiziere jetzt in einem neuen Gutachten zur Entwicklung im Schulverband eine Zahl von 14.500 +/- 250 Einwohner für Bad Bramstedt im Jahr 2030. Im Anfang April vom Kreis vorgestellten Gutachten wird Bad Bramstedt bis 2030 ein überdurchschnittliches Wachstum vorausgesagt und der Bürgermeister wird in einer Hamburger Zeitung dazu mit den Worten zitiert „Die Ergebnisse decken sich mit unseren Planzielen, die von 15.000 bis 16.000 Einwohnern ausgehen“.

Sven Rathjens: „Da klaffen die Vorhersagen um 1.000 – 1.500 Einwohner auseinander - mit entsprechendem Bedarf nicht nur an Schulen und KiTas, sondern auch an anderen öffentlichen Einrichtungen oder ärztlicher Versorgung. Solche Abweichungen sind keine solide Planungsgrundlage auf der man Entscheidungen treffen kann. Sehenden Auges wollen wir nicht in den nächsten Engpass laufen und auch nicht auf Kostenbeiträge der Erschließungsträger verzichten.“

Schon per 31.12.2016 habe die Stadt nach amtlicher Statistik 14.139 Einwohner (=Hauptwohnsitz) gehabt. Damit sei bereits per Ende 2016 die Hälfte des im Gutachten des Kreises für 2014 bis 2030 geschätzten Zuwachses deutlich übertroffen worden – und die stürmische Entwicklung im Neubau hat sich in den Jahren 2017 und 2018 fortgesetzt.

„Karl Valentin wird das Zitat zugeschrieben ‚Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen‘ “, so Rathjens. „Das trifft sicherlich zu und verleitet zum Schmunzeln, trotzdem muss man gerade bei so widersprüchlichen Prognosen nachhaken und nachfragen. Und das werden wir tun - spätestens bei der Sitzung des Bildungsausschusses Mitte Mai.“




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