Andreas Beran

Webmaster
beran<ät>spd-segeberg.de
Mach mit!
Frankenkredit: Wie hoch ist der Schaden wirklich?

Veröffentlicht am 04.03.2013, 12:29 Uhr     Druckversion

Segeberger Zeitung / Einar Behn aus der Segeberger Zeitung: 4.3.2013 von Einar Behn:
Bankenexperte Schadendorf warnt: Schönrechnerei könnte nach hinten los gehen.

Bad Bramstedt. Ist der Schaden aus dem Fünf-Millionen-Kredit, den die Stadt in Schweizer Franken aufgenommen hat, doch geringer als 200 000 Euro? Finanzausschussvorsitzender Joachim Behm (FDP) sagte in der jüngsten Sitzung des Gremiums: „Mich ärgert es, wenn die Presse immer von 200 000 Euro schreibt und alle mit dem Finger auf uns zeigen.“ Grund: Bürgermeister Hans-Jürgen Kütbach hatte in einer Unterlage vorgerechnet, dass der Schaden doch eigentlich nur 80 000 Euro betrage – eine Rechnung, die allerdings einer näheren Prüfung kaum standhält.

Das sieht zumindest SPD-Pressesprecher und Bankenexperte Jan-Uwe Schadendorf so, der noch im Ausschuss zu seinem Laptop griff und nachrechnete. Er kam auf einen Schaden von 160 000 Euro, den er in einer nachgereichten Presseerklärung noch einmal bestätigt.
Wie kommt es zu den Differenzen?
Der Kassenkredit, mit dem die Stadt ihre Zahlungsfähigkeit aufrechterhalten wollte, musste im Februar mit einem Währungsverlust von 200 000 Euro zurückgezahlt werden. weil der Euro gegenüber dem Schweizer Franken stark an Wert verloren hatte. Schadendorf rechnet nun vor, dass der Frankenkredit vor zwei Jahren zu günstigeren Zinsen aufgenommen worden war, als es in Euro möglich gewesen wäre. Diesen Zinsvorteil von rund 40 000 Euro zieht Schadendorf von dem Währungsverlust ab, es verbleiben 160 000 Euro.
Kütbach hatte in seiner Berechnung den in mehreren Chargen aufgenommenen und maximal zwei Jahre laufenden Frankenkredit mit einem längerfristigen Eurokredit verglichen, der dann entsprechend noch höhere Zinsen gehabt hätte. Ergebnis: Der Schaden beträgt nur 80 000 Euro.
Das mag vielleicht besser fürs Image der Verantwortlichen des Kreditdebakels sein, für die Stadt könnte solche Schönrechnerei aber schnell nach hinten losgehen, nämlich dann, wenn die Stadt tatsächlich gerichtlich Schadensersatzansprüche gegen die Baden-Württembergische Landesbank und den Kreditvermittler durchsetzen will: Je niedriger der Schaden, desto geringer auch die Ersatzansprüche der Stadt. „Mit solchen Rechnungen sollten wir ganz vorsichtig sein“, rät Finanzexperte Schadendorf.
Fakt ist, dass die Stadt 200 000 Euro mehr zurückbezahlen musste, als sie es bei der Kreditaufnahme eingeplant hatte. Schadendorf bezweifelt aber, dass ein Gericht diesen Wechselkursverlust komplett als Schaden akzeptieren würde. Der günstigere Zinssatz werde wohl auch von einem Zivilgericht gegengerechnet werden.

Homepage: SPD Bad Bramstedt


Kommentare
Keine Kommentare
 
Bundestagsfraktion
SPD in Berlin
image
Aktuelle NEWS
SPD in Europa
SPD Zeitung
image
Ihr Draht zu mir

   

Ihr Draht zu mir:          Mobil 0172 / 4135242      Fax:04191/919046