SPD Fahrenkrug

Gute Bildung – gute Chancen

Veröffentlicht am 29.04.2012, 13:55 Uhr     Druckversion

Martin Habersaat Mehr Lehrerstellen und keine bildungspolitischen Sonderwege. SPD-Bildungsexperte Martin Habersaat formulierte Bildungspolitik mit langfristiger Perspektive.
Schleswig-Holstein darf bildungspolitisch nicht zur Insel werden mit Schularten, die es in anderen Bundesländern nicht gibt. Davor warnte der SPD-Bildungsexperte und Landtagsabgeordnete Martin Habersaat. Das neunjährige Gymnasium (G9) gebe es nur an elf Schulen in Schleswig-Holstein. Fast alle der rund 3000 Gymnasien in Deutschland orientieren sich dagegen am achtjährigen Bildungsgang (G8). Der Sonderweg der schwarz-gelben Landesregierung erschwere nicht nur den Schulwechsel beim Umzug in ein anderes Bundesland, sondern sogar innerhalb eines Kreises.

Der SPD-Kreisverband Segeberg hatte gemeinsam mit dem Ortsverein Nahe den bildungspolitischen Sprecher der sozialdemokratischen Landtagsfraktion zu einer öffentlichen Diskussion im Bürgerhaus Nahe am 27. April eingeladen. Landtagskandidatin Katrin Fedrowitz (Wahlkreis Norderstedt) und die Kandidaten Marc-André Ehlers (Segeberg Ost) und Stefan Weber (Segeberg West) steuerten ihre Erfahrungen aus der Region bei. Der SPD-Kreisvorsitzende Andreas Beran führte durch den Abend und bot den Gästen Gelegenheit, sich an der Diskussion zu beteiligen.

Die Regionalschulen im Lande litten unter sehr geringen Anmeldequoten, die noch unter denen der früheren Hauptschule liegen. Nur 13,5 Prozent der Schülerinnen und Schüler wurden im vergangenen Jahr für diese Schulform angemeldet. Die SPD möchte die Regionalschulen zu Gemeinschaftsschulen weiter entwickeln. Der Abgeordnete sieht darin auch die Chance, die Standorte solcher Schulen zu erhalten.

Gleichzeitig soll die Anzahl der Oberstufenangebote vergrößert werden. „Wenn wir die Abiturquote erhöhen wollen, müssen wir mehr Oberstufen einrichten“, rechnete Martin Habersaat vor und verwies auf ein verblüffendes Ergebnis der Statistik: „Je mehr Oberstufen in einem Kreis zur Verfügung stehen, desto mehr Schüler machen Abitur.“

„Wir wollen Bildungspolitik mit langfristigen Perspektiven“, stellte der Landespolitiker klar. In Zukunft solle es mit dem G8-Gymnasium, der G9-Gesamtschule und den beruflichen Gymnasien nur noch Schulen geben, die alle Abschlüsse anbieten können. Die Ausbildung der Lehrkräfte soll sich an den Anforderungen der Altersstufen der Schülerinnen und Schüler orientieren, nicht mehr an den Schularten.

„Das längere gemeinsame Lernen ist vorteilhaft für alle Schülerinnen und Schüler“, erläuterte der Martin Habersaat. Er kann dabei auf seine Berufserfahrung als Lehrer verweisen. Die Gemeinschaftsschulen sollen nach einem Regierungswechsel die Differenzierungsstunden zurückerhalten, die Schwarz-Gelb gestrichen hat. Abschlussbezogene Bildungsgänge sollen wieder rückgängig gemacht werden.

In der lebhaften Diskussion mit dem Publikum wurde die Forderung nach verpflichtenden Ganztagsangeboten der Schulen laut. Aus pädagogischer Sicht konnte der Gastreferent sich dem anschließen, forderte aber Geduld bei der Umsetzung. Es gebe noch keinen Konsens bei den Schulträgern. Sehr kritisch wurde auch die Personalnot an den Schulen dargestellt. Hier versprach der Bildungspolitiker Besserung. Mit der SPD werde es rund 1800 Lehrerstellen mehr an den Schulen des Landes geben als die jetzige Regierungskoalition es plane.

Zum Abschluss der Diskussion bekamen die drei Landtagskandidaten Schultüten mit auf den Weg. Mit diesen sammelten Sie „Wunschzettel“ der Gäste ein. So konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den angehenden Landtagsabgeordneten ihre Forderungen und Anregungen schriftlich mit auf den Weg geben.

Homepage: SPD-Segeberg


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