Internationaler Frauentag – „Wir haben noch nicht fertig“

Veröffentlicht am 09.03.2017, 09:07 Uhr     Druckversion

Katrin Fedrowitz, MdL

Zum Internationalen Frauentag am 8. März zitiert die SPD-Landtagsabgeordnete Katrin Fedrowitz eine Aussage des ehemaligen Bayern-Fußballtrainers Giovanni Trappatoni: Wir haben fertig. „Wenn wir diesen Satz so für die Frauenpolitik formulieren, so müssen wir sagen, „wir haben noch lange nicht fertig“ mit der Politik für Frauen.

Anlässlich des 106. Internationalen Frauentag am 8. März 2017 erklärt die SPD-Landtagsabgeordnete Katrin Fedrowitz: „Gleicher Lohn für gleiche bzw. gleichwertige Arbeit von Frauen und Männern – das klingt selbstverständlich, ist es aber in der heutigen Arbeitswelt leider noch immer nicht. Frauen und Männer müssen die gleichen Chancen haben, für ihre Arbeit gleich entlohnt werden und ihre Lebensentwürfe frei von Rollenbildern gestalten können.“

In diesem Zusammenhang begrüßte Katrin Fedrowitz das von der SPD im Januar vorgelegte und im Bundeskabinett verabschiedete Gesetz zur Entgeltgleichheit. „Wenn das Gesetz endgültig in Kraft tritt, werden Frauen – aber auch Männer - künftig die Möglichkeit haben, in Betrieben ab 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu schauen, ob sie tatsächlich gerecht bezahlt werden. Das sind 14 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Frauen und Männer müssen ihre Entlohnung mit der von Kollegen mit gleicher Tätigkeit vergleichen können! Denn nur wer weiß, wie viel andere verdienen, kann nachvollziehen, ob sie oder er in Sachen Entgelt diskriminiert wird – und gegen Lohnungerechtigkeit vorgehen.

Der Internationale Frauentag wird weltweit von Frauenorganisationen am 08. März begangen. Der Tag wird auch Weltfrauentag, Tag der Frau, Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau oder International Women's Day genannt. Er entstand in der Zeit um den Ersten Weltkrieg im Kampf um die Gleichberechtigung und das Wahlrecht für Frauen und kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Frauen arbeiten häufiger im Niedriglohnsektor, oft in kleinen Betrieben ohne Tarifbindung und seltener in Führungspositionen. Sie tragen den größten Teil der Familienarbeit, sind oft Teilzeit erwerbstätig mit allen Konsequenzen für Rente und Aufstiegschancen, und ihre Arbeit erfährt häufig nicht die verdiente Wertschätzung. Katrin Fedrowitz: „Gleichberechtigung haben wir inzwischen weitgehend erreicht, von Gleichstellung sind wir aber noch weit entfernt. Auch im 21. Jahrhundert werden Frauen noch immer benachteiligt, nur weil sie Frauen sind und das in vielen Lebensbereichen. Wir dürfen nicht locker lassen, bis alle Frauen in Deutschland für die gleiche Arbeit den gleichen Lohn wie Männer bekommen. Wir müssen den Weg für mehr Lohngerechtigkeit konsequent weitergehen.“ Frauen verdienen im Durchschnitt immer noch weniger als Männer. In Deutschland liegt die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern bei 21 Prozent.

Wie viel ist uns die Arbeit von Erzieherinnen, Krankenschwestern oder Altenpflegerinnen wert? Katrin Fedrowitz forderte deshalb auch ein Nachdenken über die Bewertung von sozialen Berufen – die häufig von Frauen ausgeübt werden.

Mit der Einführung der Frauenquote sind wir in der Frauen- und Gleichstellungspolitik zwar vorangekommen und haben dafür gesorgt, dass mehr Frauen in Aufsichtsräten und in der Öffentlichen Verwaltung in Führungspositionen kommen. Klar ist aber auch, die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern wird sich in absehbarer Zeit nicht von selbst schließen.

Abschließend fügte Fedrowitz hinzu: „Solange wir einen Frauentag feiern müssen, bedeutet das, dass wir keine Gleichstellung haben. Das Ziel ist die Gleichstellung, damit wir solche Tage nicht mehr brauchen. Und dann „haben wir fertig.“

Homepage: Katrin Fedrowitz


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